Ukraine-Monument: Schuldkult für uns, Nationalismus für die anderen

Ein blau-gelbes Konglomerat aus Heiligenbildern, Textwänden und Fotos prangt seit heute mitten auf der Mariahilfer Straße. Über Nacht wurde dort ein mehrere Meter großes „Pop-up-Denkmal“ installiert. Das ist vor allem im Vergleich zum Umgang mit unseren eigenen Erinnerungsstätten befremdlich und heuchlerisch.

„Begrüßen Sie die Ukraine!“ ist in überdimensionalen Lettern darauf zu lesen. Sehr passend, immerhin sind dieses Jahr bereits mehrere hunderttausend Ukrainer nach Österreich gekommen. Wer genauer hinsieht und die Texte auf dem Monument detailliert liest, könnte irritiert sein. Denn der Grad an unkritischem Nationalismus, der sich darauf findet, ist überraschend.

Die gebildetste Nation der Welt?

Nicht nur wird einem erklärt, dass die Ukraine „eine der gebildetsten Nationen der Welt“ ist, dort der Hubschrauber erfunden wurde und man mehrere Kunststile geprägt habe. Auch die erste moderne Verfassung der Weltgeschichte sei dort geschrieben worden.
Mehrfach wäre man an der „Spitze der Erweiterung der sozialen, kulturellen und wissenschaftlichen Grenzen Europas und der Menschheit“ gestanden. In der Mitte der Installation findet sich ein Spiegel, in dem man sich als „stolzen Ukrainer“ fotografieren kann.

Altbekannte Doppelmoral

Nun ist der Stolz auf die Leistungen der eigenen Nation per se etwas Gutes. Und daher das Denkmal an sich auch nicht das Problem. Das Problem ist der Standort: Während in ganz Wien die eigenen Denkmäler mit der Begründung, sie seien zu „unkritisch“, schrittweise abgebaut oder entstellt werden, stellt man der ukrainischen Nation ein Denkmal auf, welches vor Selbstherrlichkeit tropft.

Schlag ins Gesicht unseres Volkes

Unsere Staatsmänner, Kriegshelden und Anführer müssen seit Jahren auf linken Druck hin weichen. Die Agenda lautet: Alles, was unsere eigene Kultur und Identität repräsentiert und hochhält, ist schlecht und wird demontiert. Alles, was den Gemeinschaftssinn unseres Volkes untergräbt und unseren Nationalstolz schwächt, ist gut und wird gefördert. Dass zeitgleich auf einem zentralen Platz unserer Hauptstadt ein gelb-blaues Loblied auf einen fremden Staat aufgepflanzt wird, in dem sich all das wiederfindet, was an unseren Denkmälern kritisiert wird, ist ein Schlag ins Gesicht unseres Volkes.

FPÖ wird gegen Denkmal aktiv

Auch die Wiener FPÖ hat das befremdliche Monument bereits thematisiert: Man werde im Gemeinderat einen Antrag einbringen, in dem der Abbau gefordert wird. Landesrat Maximilian Kraus: „Dieses kuriose Gebilde mit der Optik einer E-Tankstelle samt Heiligenbildern ist mit unserer Verfassung und der Neutralität unvereinbar und gehört entfernt.

Wer die Aufstellung veranlasst hat und ob die Stadt das Denkmal im Vorfeld genehmigt hatte, ist derzeit unbekannt.

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