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Korruptes Österreich? Soko Ibiza von den Ermittlungen abgezogen

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Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hat die SOKO Ibiza nun von den Ermittlungen abgezogen. In einem Schreiben an die SOKO Ibiza skizziert die leitende Staatsanwältin Ilse-Maria Vrabl-Sanda eine „systematische Torpedierung des Ermittlungsverfahren“.

Der „ÖVP-Polizeitruppe“ SOKO Ibiza sind in der Vergangenheit etliche „Pannen“ passiert, wenn es darum ging, Beweise gegen die ÖVP zu sichern oder auszuwerten. Wie NAbg. Christian Hafenecker in einem Video erklärt, sei die SOKO Ibiza nichts anderes gewesen, als eine ausgewählte ÖVP-Truppe, die man mit den Ermittlungen rund um den Ibiza-Skandal beauftragt habe. In weiterer Folge ermittelte die SOKO-Ibiza ebenfalls bei anderen ÖVP-Skandalen, die in diesem Zusammenhang hervorgekommen sind.

Ermittlungsaufträge entzogen

Nun wurden der SOKO Ibiza sämtliche Ermittlungsaufträge wegen dienstrechtlicher Verfehlungen entzogen. Dies geht aus einem Schreiben der WKStA-Leiterin Vrabl-Sanda hervor. „Fakt ist, dass diese ÖVP-Polizei ganz offensichtlich nicht nur schlampig ermittelt hat, sondern oft auch Aktionen zugunsten der ÖVP gesetzt hat“, so Christian Hafenecker, FPÖ-Fraktionsführer im „Ibiza“-Untersuchungsausschuss. Unter anderem sei das Auffinden des Ibiza Videos ewig verschleppt und eine von der Staatsanwaltschaft angeordnete Hausdurchsuchung in der ÖVP-Parteizentrale vereitelt worden.

Christian Pilnacek, mittlerweile suspendierter Generalsekretär im Justizministerium, Oberstaatsanwalt Johann Fuchs und der Leiter des Bundeskriminalamtes, Andreas Holzer, sollen ein gutes Netzwerk miteinander geführt haben, wonach Akten im Umlauf gewesen sein sollen, Ermittlungsschritte gegenseitig ausgetauscht wurden und wo man „nur im Sinne der ÖVP gepackelt hat“, so Hafenecker. Der Heimatkurier hat über dieses “System Pilnacek” bereits berichtet.

Freiheitliche fordern Konsequenzen

Die FPÖ warnt schon seit langem von einem „tiefen Staat“, welchen sich die ÖVP gebaut hat, um wesentliche Institutionen für sich zu nutzen. Nun fordern die Freiheitlichen die Suspendierung von Holzer und Fuchs. Die beiden Verantwortlichen, Justizministerin Alma Zadić (Grüne) und Innenminister Gerhard Karner (ÖVP), welche sich bis jetzt nicht veranlasst gesehen haben, etwas zu tun, seien jetzt gefordert.

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Syrer attackiert Beamten bei Grenzkontrolle

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Während einer Grenzkontrolle im burgenländischen Nickelsdorf attackierte ein illegaler Migrant aus Syrien sechs Beamte. Die Polizisten baten seine Frau, ihr Kopftuch abzunehmen. Darin sah der Syrer eine Verletzung der „Familienehre“.

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Ein wohl eher unangenehmer Zwischenstopp ereignete sich an der österreichischen Grenze für einen Migranten aus Syrien und seiner Familie. Ein Schlepperbus war auf dem Weg von der Türkei nach England von der Polizei angehalten worden. Wie die Kronen-Zeitung berichtet, hatte der Syrer 6000€ auf den Tisch gelegt, um einen Versuch zu starten in die Sozialsysteme Europas einzuwandern, wie er später offen zugab. Nachdem das Schlepperfahrzeug gestoppt wurde, musste eine polizeiliche Befragung und erkennungsdienstliche Personalaufnahme der Fahrzeuginsassen vorgenommen werden.

Illegaler sah „Ehre“ seiner Frau verletzt

Dafür forderten die Beamten die Frau des syrischen illegalen Einwanderers auf, ihren Schleier für das obligatorische Foto abzunehmen. In diesem Moment rastete der Mann aus: Weil er damit die “Familienehre” verletzt sah, versuchte er, auf sechs Polizisten einzuprügeln und biss einen Beamten so brutal in den Finger, dass der Polizist ins Spital fahren musste. Nach dem Motto: Wer nicht hören kann, muss fühlen, ging der Täter mit einer erstaunlichen Entschlossenheit vor, mit welcher er wohl auch die Polizisten überraschte.

Wie gewohnt: Syrer ist wieder auf freiem Fuß

Ein derart krasses Verhalten ausländischer Straftäter ist zunehmend keine Seltenheit mehr. Es zeigt im Kleinen das symptomatische Problem: „The Clash of Cultures“ und die absolute Selbstsicherheit der neuen Eroberer. Ein solcher Fall ist sinnblich für die Problematik, die auf unseren multikulturellen Straßen zu finden ist. Wie reagiert die Judikative?

Vor Gericht ließ er durch eine Dolmetscherin seine Entschuldigung aussprechen, welche aber hinter der gleichzeitigen Beschwerde seinerseits unterging, dass das Vorgehen der Polizisten nicht angebracht war. Vielleicht durch den säuselnden, heuchlerischen Klang dieser Worte oder durch ein entsprechendes Weltbild, ließ die Richterin den Täter mit einer Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe wieder auf freien Fuß setzen. Der Syrer wolle nun in Österreich bleiben, andere Syrer hätten ihm erzählt, das Leben sei aufgrund des Sozialsystems hier besser als in England.

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Bevölkerungsaustausch

Deutsche „Schlepper-NGOs“ bringen hunderte Migranten in Italien an Land

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Die italienischen Küsten werden weiterhin von illegalen Migranten überflutet. Nun haben weitere mutmaßliche Schlepperschiffe die Erlaubnis bekommen, an die Pforten Europas anzulegen und mehrere hunderte Migranten an Land zu lassen.

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Wie vergangenes Wochenende bekannt wurde, belagerten mehrere illegale Migrantenschiffe die italienischen Häfen. Am Samstagmorgen legte schließlich die „Sea-Watch 3“ in Reggio Calabria an, wo 427 Illegale von Bord gingen. Die Menschen seien bei mehreren „Rettungsaktionen“ aus dem Mittelmeer aufgelesen worden. Nach Tagen des Wartens, bekam die Crew die Erlaubnis, in einem italienischen Hafen anzulegen.

Bereits am Freitag hatte die „See-Eye 4“ in der Region Apulien mit 129 illegalen Migranten angelegt. Das „Rettungsschiff“ der in Berlin ansässigen Organisation SOS Humanity wartet hingegen noch auf die Erlaubnis der italienischen Behörden, einen italienischen Hafen ansteuern zu dürfen. An Bord sollen sich weitere 414 Menschen befinden, die darauf warten, nach Europa einzureisen.

Heuer bereits 66.000 Illegale

In diesem Jahr kamen bereits mehr als 66.000 Migranten über das Mittelmeer in Italien an. Zum Vergleich waren es im Vorjahreszeitraum 43.000. Seit Jahren treiben selbsternannte „Seenotretter“ ihr Unwesen im zentralen Mittelmeer und bringen unzählige Menschen unter dem Vorwand der „Seenotrettung“ an die Pforten zu Europa – die italienische Küste.

Giorgia Meloni will Schiffsblockade vor nordafrikanischer Küste

Jüngst sprach sich die Vorsitzende der patriotischen Partei Fratelli D’Italia (FdI), Giorgia Meloni, erneut für eine Schiffsblockade vor Libyens Küste aus. Dies sei der einzige Weg, um die Migrationswelle zu stoppen. Nur so können illegale Ausreisen nach Italien und die Tragödie der Toten auf See beendet werden.

UN-Zahlen zufolge starben dieses Jahr bereits 1.039 Menschen auf der gefährlichen Mittelmeerroute. In den Mainstream-Medien und von linken NGOs wird oft die Entkriminalisierung von mutmaßlichen Schleppern gefordert. Doch es hat sich gezeigt: Je weniger NGOs vor der Küste Libyens auf die „Rettung“ von Migranten warten, desto weniger nehmen Afrikaner den gefährlichen Weg über das Mittelmeer überhaupt auf sich.

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David Engels und polnische Reparationsforderungen – eine Erwiderung

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Polen drängte sich unlängst mitten in der Krise mit einer dreisten Reparationsforderung an Deutschland hervor. David Engels, belgischer Historiker und konservativer Intellektueller, verteidigte zum Unverständnis vieler die Forderung. Unser Gastautor liefert eine Erwiderung.

Ein Gastkommentar.

Die Nachricht kam unvermittelt. 83 Jahre – ein ganzes Menschenleben – nach dem Polenfeldzug fordert das Land nun „Reparationszahlungen“ von Deutschland. 1,3 Billionen Euro sollen die Schäden laut „polnischen Experten“ betragen. 1.300.000.000.000 €. Oder anders gesagt: Jeder deutsche Staatsbürger, egal ob Kleinkind oder Greis, schuldet Polen angeblich in etwa 15.700€.

Irritation, Kopfschütteln, Ärger – kaum ein Mitbürger hatte Verständnis dafür, dass Polen am Vorabend einer gewaltigen Energie-, Wirtschafts-, und Inflationskrise die innereuropäischen Beziehungen durch eine derartige Forderung belastet. Selbst die Systempresse, die in ihrer antideutschen Ausrichtung gewöhnlich jede Schuldkult-Sau durchs Dorf treibt, berichtete überraschend differenziert und kritisch über die Nachricht aus Polen.

Um so verstörender, dass gerade jemand der auch regelmäßig im Rahmen konservativer und rechter Veranstaltungen in Deutschland auftritt, Gefallen an den verspäteten Reparationszahlungen findet. David Engels, belgischer Historiker und konservativer Intellektueller in polnischen Diensten, verteidigte kürzlich in der Epoch Times die polnische Geldforderung. Wir liefern eine Gegenbetrachtung.

“Moderate” Forderung?

Schon zu Anfang des Textes die erste Bombe. Engels relativiert die Höhe der Summe von 1,3 Billionen. Angesichts der „Vernichtung polnischer Infrastruktur“ und der Zahl der menschlichen Opfer, falle die Forderung „sogar recht moderat“ aus.

Zwar stimmt es, das Polen relativ zur Bevölkerungszahl die meisten Toten im Zweiten Weltkrieg zu beklagen hatte. Angemerkt sei aber, dass diese zu relevanten Teilen auch auf die russische Besetzung zurückgehen. Zudem hat Deutschland nach dem Krieg umgerechnet bereits in etwa 225 Millionen Euro an Entschädigungszahlungen an ehemalige Lager-Insassen und Zwangsarbeiter geleistet.

Das menschliche Leid des großen Weltenbrands in Gold aufwiegen zu wollen, ist ohnehin nicht möglich. Kommt es zur Frage nach der Höhe und Legitimität von Reparationsforderungen, muss man sich wohl an anderen Maßstäben orientieren.

Historische Debatten und der Gang der Geschichte

Eines vorweg: Ob und inwieweit Polen in den 30igern selbst Kriegspläne vorbereitet hat, ist bis heute ein umstrittener Gegenstand der historischen Forschung, aber für dieses Thema weitgehend unerheblich. Dass der neu gegründete und 1939 gerade erst 20 Jahre alte polnische Staat in der Zwischenkriegszeit selbst durchaus expansiv orientiert war, Herrschaftsansprüche über Weißrussland und die Ukraine stellte und im Grenzstreit mit Litauen lag, sei hier nur angeschnitten. Auch, dass die zahlenstarke deutsche Bevölkerung in den nach dem Ersten Weltkrieg Polen zugeschlagenen Gebieten unter Repression und Verfolgung litt und das autoritär-nationalistische Polen damals politisch auf Konfrontation mit Deutschland ging, kann nicht zur Relativierung polnischer Forderungen dienen.

Zwar ist die Zeit von 1914 bis 45 eine derart komplexe wirtschaftliche, politische und ideologische Gemengelage, dass die Zuweisung einer Alleinschuld nur schwer möglich ist. Jedoch war es das Deutsche Reich, das in Polen einmarschiert ist, letztlich den zweiten Weltkrieg verloren hat und daher von den Siegern zu ihren Bedingungen zur Verantwortung gezogen wurde. Das ist der Gang der Geschichte.

Deutschland als Täter und Schuldiger

Fraglich ist viel mehr, warum Polen nun, 2022, plötzlich Reparationsansprüche stellt. Engels gesteht zwar ein, dass die Forderungen inmitten des russisch-ukrainischen Krieges und „angesichts der ohnehin schon bedeutenden Schwierigkeiten, die europäischen Nationen zu einer einvernehmlichen Zusammenarbeit zu bewegen“ überholt und falsch erscheinen könnten. Gleichzeitig stellt er die These auf, dass es ohne die deutsche Politik der letzten Jahre nicht „zu diesem Zerwürfnis” gekommen wäre. Der von Merkel ausgelöste Flüchtlingsstrom nach Europa, der nun innerhalb der EU auch nach Polen verteilt werden soll, habe „schlimme Erinnerungen an die deutsche Umverteilungspolitik“ im zweiten Weltkrieg geweckt.

Deutschland also erneut als Täter. Und ein Polen, das nun gar nicht anders kann, als sich zu wehren. Es stimmt, dass Merkel und ihre Regierung eine gewaltige Schuld an der Zuwanderungskatastrophe von 2015 und den Folgejahren tragen, doch an den Auswirkungen leidet nicht die polnische Bevölkerung. Wenige tausend Asylanträge sind in den letzten Jahren in Polen gestellt worden, gerade einmal einige hundert wurden angenommen.

Das ist keine Verteidigung von Altkanzlerin Merkel und ihren „Gästen“. Nicht umsonst ist die polnische Asylpolitik Wunschtraum und Vorbild vieler Patrioten im Westen. Aber es sind eben in erster Linie Deutsche, die an den Folgen von 2015 leiden. Sie werden finanziell ausgesaugt, erschossen, überfahren und abgestochen. Ihre Frauen und Töchter werden vergewaltigt. Das deutsche Volk erträgt all dies, da man ihm über Jahrzehnte Schuldkomplexe ob seiner Geschichte anerzogen hat. Polnische Geldforderungen gegenüber diesen Menschen nun mit einer Flüchtlingspolitik zu untermauern, die sie selbst am härtesten trifft, ist grotesk.

Deutschland und der Ukrainekonflikt

Ein weiteres von Engels ins Feld geführte Argument, das Polens Handeln begründen soll, hat mit dem Ukrainekonflikt zu tun. „Große Enttäuschung“ herrsche in Polen vor, da der vereinbarte „Ringtausch“ von Militärgerät noch nicht umgesetzt worden sei. Zur Erklärung: Die Bundesregierung hatte mit einigen ehemaligen Ostblockländern vereinbart, dass diese ihr altes Sowjet-Gerät an die Ukrainer, die ja mit diesen Waffensystemen vertraut sind, liefern und die BRD im Gegenzug deutsche Kampfmittel zur Kompensation anbietet. Polen war einer dieser Staaten.

Zur Lieferung deutscher Waffensysteme ist es tatsächlich noch nicht gekommen – das liegt allerdings nicht an einer Weigerung Deutschlands. Polen ist lediglich nicht mit der Menge an modernen, runderneuerten Leopard 2 zufrieden, die es als Ersatz für seine an die Ukraine abgegebenen alten T-72-Panzer erhalten soll. Aber auch darüber hinaus echauffieren sich die Polen laut Engels über Deutschlands Beteiligung in der Ukraine, welche bisher “außer Grundsatzerklärungen nichts Substanzielles” beigetragen habe. Egal wie man zur Unterstützung der Ukraine stehen mag: Dieser Vorwurf ist fadenscheinig. FlaK-Panzer Gepard und vor allem die hochmoderne Artillerie vom Typ Panzerhaubitze 2000 haben hohen Einsatzwert für die dortige spezifische Frontsituation und waren auch an den kürzlich erfolgten, erfolgreichen Gegenoffensiven beteiligt.

Rechtfertigung steht auf dünnen Beinen

Dass Engels solche Dinge überhaupt erwähnt und glaubt, damit das Vorgehen Polens begründen zu müssen, zeigt, auf welchen dünnen Beinen seine Rechtfertigung der Forderungen Polens steht. Seine Position lautet zusammengefasst: Deutschland habe sich so feindselig gegenüber Polen verhalten, dass dieses nun auf Zahlungen bestehe, auf die es bisher nur „freundschaftlich“ verzichtet habe.

Die Forderungen der nationalkonservativen Regierungspartei PiS sind jedoch in Wahrheit Teil einer innenpolitische Kampagne. In aktuellen Umfragen hatte die PiS deutlich an Zustimmung verloren. Verbunden mit der Energie- und Teuerungskrise in Folge der Sanktionen gegenüber Russland könnte dies bei den Wahlen im nächsten Jahr für sie zur Katastrophe werden. Ein versprochener Geldsegen, der zusätzlich mit antideutschen Ressentiment spielt, soll die Gunst der Wähler sichern.

Die Legitimität der Reparationsforderungen

Nach seiner mehr als fragwürdigen Darlegung der polnischen Motivation, beschäftigt Engels sich im zweiten Teil seines Kommentars mit der Legitimität der Reparationsforderung an sich. Auch dies wollen wir betrachten. Auf der sogenannten Potsdamer Konferenz, welche vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 in Berlin stattfand, klärten die Alliierten unter anderem auch die Entschädigung Polens. Die westlichen Siegermächte lehnten damals zuerst die von Stalin und Polen eingebrachte Forderung, Deutschlands Gebiete östlich der Oder-Neiße-Grenze zu annektieren, ab. US-Präsident Truman verwies darauf, dass in diesen eindeutig deutsch geprägten Landstrichen 9 Millionen Deutsche ihre Heimat hätten und auch Premierminister Churchill hielt fest, dass Vertreibungen in diesem Ausmaß zu viel und daher abzulehnen seien.

Eine Einigung kam erst zustande, als ein Kompromiss in dieser Frage gefunden wurde. England und die USA akzeptierten die enorme Verschiebung der polnischen Westgrenze tief in das ehemalige Reichsgebiet hinein. Stalin erklärte im Gegenzug, Polens Reparationsansprüche, wie die der Sowjetunion, durch Demontagen aus der Sowjetischen Besatzungszone zu befriedigen.

Mehrmaliger Verzicht auf Forderungen

Polen erklärte daraufhin 1953:

„Mit Rücksicht darauf, dass Deutschland seinen Verpflichtungen zur Zahlung von Reparationen bereits in bedeutendem Maße nachgekommen ist und dass die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage Deutschlands im Interesse der friedlichen Entwicklung liegt, hat die Regierung der Volksrepublik Polen den Beschluss gefasst, mit Wirkung vom 1. Januar 1954 auf die Zahlung von Reparationen an Polen zu verzichten, um damit einen weiteren Beitrag zur Lösung der deutschen Frage zu leisten.“

1970 bestätigt der stellvertretende polnische Außenminister Winiewicz diesen Verzicht ein weiteres Mal. Diese Vereinbarungen haben für David Engels jedoch keine Gültigkeit, da Polen zu dieser Zeit ein sowjetischer Satellitenstaat gewesen sei. Dass auch der 1990 geschlossene Zwei-plus-Vier-Vertrag keinerlei Reparationsverpflichtungen enthält, begründet er damit, dass es dabei lediglich um die Frage der Wiedervereinigung gegangen sei. Dies ist so jedoch nicht richtig. Der 2+4 Vertrag wurde offiziell „anstelle eines Friedensvertrages“ geschlossen. Polen war über Gespräche in den Prozess eingebunden und zu diesem Zeitpunkt bereits wieder ein eigenständiger Staat – hätte es noch Forderungen geltend machen wollen, so wäre das die Gelegenheit gewesen.

Nur unter dem Punkt dieses Verzichts ist die 1990 von deutscher Seite akzeptierte Oder-Neiße-Grenze verständlich. Zwar gehörten Schlesien, Pommern und Ostpreußen seit 45 de facto zu Polen, völkerrechtlich waren diese Gebiete aber bis 1990 immer noch Eigentum des deutschen Reichs bzw. dessen offiziellen Rechtsnachfolgers. Hätte Polen damals Reparationen in derartigen Höhen gefordert, wie es dies nun 2022 tut, hätte man die Gebiete wohl nicht so einfach abgetreten.

Polen und die Ostgebiete: Hinkende Argumentation

Engels argumentiert in seinem Artikel, dass eine Annexion zusätzliche Zahlungen nicht von vornherein ausschließe und nennt den Krieg von 1871 als Beispiel: Frankreich hatte damals sowohl Elsass-Lothringen an Deutschland abtreten als auch 1450 Tonnen Gold abliefern müssen. Auch hier hinkt die Argumentation. Das Reichsland Elsass-Lothringen war deutsch besiedelt und geprägt. Es kam dort nach dem Wechsel seiner Staatszugehörigkeit nicht zur Vertreibung der Bevölkerung wie im Falle der Ostgebiete. Auch war der volkswirtschaftliche Wert der Gebiete nicht sonderlich hoch. Zum Aufbau einer leistungsstarken Industrie kam es erst nach dem Anschluss ans Deutsche Kaiserreich.

Völlig anders im Falle Polens: Dessen halbes Staatsgebiet besteht heute aus den von Deutschland abgetrennten Gebieten. Dass Polen dabei selbst seine ehemaligen Ostgebiete an die Sowjetunion verloren hat, sozusagen „auf der Karte einfach nach links verschoben wurde“, ist unerheblich. Schon der landwirtschaftliche Wert der gewonnenen deutschen Gebiete übersteigt den der an die UdSSR Verlorenen um ein Vielfaches. Selbst Winston Churchill äußerte: “Der Wert dieses Landes (Anm. Ostgebiete) ist viel größer als der der Pripjet-Sümpfe.“

Hinzu kommt die übernommene deutsche Industrie dieser Region, die dem damaligen Stand der polnischen Entwicklung haushoch überlegen war. Man darf nicht vergessen, dass bei dieser „Grenzverschiebung“ Millionen Deutsche nach Kriegsende Opfer von Vergewaltigung, Mord, Vertreibung und Verschleppung geworden sind und etwa 2 Millionen dabei umgekommen sind. Natürlich lässt sich Unrecht nicht gegen Unrecht aufrechnen. All das gehört jedoch zu einer ausgewogenen Betrachtung und Beurteilung des Geschehenen dazu.

Forderungen sind weder begründbar noch legitim

Es bleibt dabei. Weder sind weitere Forderungen Polens rational oder juristisch begründbar noch legitim. Erfreulicherweise hat die Bundesregierung auf die Forderungen mit Ablehnung reagiert. Bundeskanzler Olaf Scholz: “Wie alle Bundesregierungen zuvor kann ich darauf hinweisen, dass diese Frage völkerrechtlich abschließend geregelt ist.” Nun gilt es, diese Position zu halten und nicht in Folge bundesdeutschen Schuldkults doch noch Bereitschaft für weitere Zahlungen zu zeigen.

Faszinierend ist, wie Engels diese Haltung der deutschen Bundesregierung erklärt. Er behauptet, Deutschland würde die Zahlungsforderung unter anderem deshalb ablehnen, da diese einen Erfolg für die „einzige konservative Regierung eines größeren europäischen Staates“ darstellen würde. Zudem würde man verhindern wollen, dass die stark wachsende polnische Wirtschaft gegenüber der Deutschen noch mehr erstarke.

Polen profitiert vom deutschen Wohlstand

Deutschland schlägt eine Zahlung von 1,3 Billionen wohl kaum deshalb aus, weil Polen konservativ regiert ist. Sondern weil diese Summe in etwa 150% der gesamten jährlichen Steuereinnahmen der BRD (2021) entspricht (und nicht wie von Engels behauptet „nur“ 64%). Eine derartige Zahlungsverpflichtung in Zeiten, in denen für deutsche Senioren Wärmestuben vorbereitet werden müssen, könnte den deutschen Staat wirtschaftlich kollabieren lassen.

Sollte die Forderung für die polnische Regierung mehr sein als nur ein Wahlkampfgag, riskiert man damit die Bundesrepublik – den wirtschaftlichen Motor der Europäischen Union – vor ernsthafte Probleme zu stellen. Das würde nicht nur die BRD schwer treffen, sondern in der Folge auch Polen. Denn das von Engels erwähnte polnische „Wachstum“ ist zu großen Teilen deutsch finanziert. Polen ist der größte Nettoempfänger der EU. 13 Milliarden flossen 2020 in das Land an der Weichsel, das ist fast der gesamte Nettobeitrag der BRD (15 Milliarden).

Besinnung und Versöhnung

Im ehemals deutschen, heute polnischen, Breslau steht seit 2005 ein Denkmal. Drauf die Inschrift: „Wir vergeben und bitten um Vergebung.” Diese Worte, die ein Schuldeingeständnis der Polen für die von ihnen verübte Massenvertreibung beinhalten, rufen zur Versöhnung zwischen Deutschen und Polen auf. Der Satz stammt aus einem Briefwechsel zwischen deutschen und polnischen Bischöfen und gilt als ein Meilenstein der deutsch-polnischen Versöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg. Sowohl die polnische Regierung als auch David Engels täten gut daran, diesem Denkmal einen Besuch abzustatten.

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